Die Schätze des OfS

"Schau mal Rita", ruft ein Passant seiner Ehefrau begeistert zu und zeigt auf einen Opel Rekord P1, der gerade am Weseler Willibrordi-Dom um die Ecke biegt. "So einen habe ich auch mal gefahren." Etwas in dieser Art hört Jürgen, dem der Oldtimer gehört, immer wieder. Die Begeisterung für den Wagen mit dem Blitz als Logo auf der Motorhaube hält nun schon seit fast 60 Jahren. Heute liegt das Augenmerk allerdings meistens auf dem oft tadellosen Zustand des Oldtimers, während Ende der 50er-Jahre eher die Insassen interessant waren, denn Besitzer dieses Autos hatten es in die aufstrebende Mittelschicht des Wirtschaftswunders geschafft.

Der Rekord P1 wurde von Opel im Sommer 1957 als Nachfolger des Opel Olympia Rekord vorgestellt. Damit wandte sich der Rüsselsheimer Konzern an die Käuferschicht der Selbstständigen und Handwerker und so war auch der Neupreis in Höhe von ca. 6.500 DM nicht verwunderlich. Es wurden 1,2 Liter bis 1,7 Liter Motoren verbaut. Das besondere, sehr auffällige Merkmal dieses Modells war die "Panoramascheibe" (dafür auch das "P" in der Modellbezeichnung) nach dem Vorbild US-amerikanischer Fahrzeuge. Jürgen, der Besitzer des Fahrzeugs, liebt die Zeit des Rock 'n' Roll und der Chromgiganten aus den USA. Der Opel Rekord P1 mit seiner zweifarbigen Lackierung, den blitzenden Chromzierleisten und dem 'Haifischmaul', das an einen Buick aus dem Jahre 1957 erinnert - das war für ihn nach eigenen Angaben das perfekte Auto. Auf der Gartenparty seines Schwiegersohnes kam Jürgen mit dessen Nachbar ins Gespräch. Dieser erzählte ihm von seinen Rollern und dass er einen Opel Rekord P1 hätte.

Der Wagen stehe schon 1 1/2 Jahre, müsste zum TÜV, er selber interessiere sich aber mehr für Zweiräder. Nach einem Blick auf den Oldtimer in der Garage unterhielten sie sich weiter über das Thema. Schließlich bot der Nachbar Jürgen an: "Wenn du den Opel zum Laufen bringst und der Motor ist in Ordnung, verkaufe ich ihn dir".

Am nächsten Morgen stand Jürgen mit einer vollen 6-Volt-Batterie vor der Garage des Nachbarn und beide fingen - dem Gartenfest geschuldet leicht verkatert- an zu basteln. Als der P1 endlich lief, die Garage mittlerweile von den Abgasen völlig nebelig, hatte Jürgen ein Gefühl, das wohl keiner beschreiben kann. Überglücklich einen Schatz gefunden und gehoben zu haben. Jetzt steht der Opel Rekord P1, mit 1.5 Litern Hubraum und 45 PS, in Jürgens Garage. Und gibt manchmal unterwegs Anlass zu bewundernden Ausrufen...

 

 

 

Dieser Artikel wurde in der Kolumne
"Oldtimerfreunde Schermbeck e.V. und ihre Schätze"
bei meinWesel veröffentlicht

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