Die Schätze des OfS

Manche Dinge vermisst man erst dann, wenn sie nicht mehr da sind. So erging es auch Hans-Günther Fuchs, der seinen DAF Baujahr 1969 (wir berichteten in einer der letzten Ausgaben) im April 2018 verkauft hatte. Nach knapp vier Wochen sehnte er sich so sehr nach dem alten Blech, dass er einen Entschluss fasste: Ein neuer Oldtimer sollte in die verwaiste Garage einziehen.

Also begab Hans-Günther sich auf die Suche nach einem neuen Oldtimer. Ein Kleinwagen sollte es sein, der bequem in der Garage Platz findet. Gleichzeitig sollte der Oldtimer genug Fahrspaß bieten und über einen großen Kofferraum verfügen, damit man auf Oldtimertreffen auch mal einen Klappstuhl mitnehmen kann. Diese „Einkaufsliste" war keine allzu große Herausforderung. Hans-Günther wurde in Mönchengladbach fündig, wo einer der wenigen Volkswagen Derby zum Verkauf stand, der perfekt zu Hans-Günther passte.

Dieser von 1977 bis 1985 gebaute Kleinwagen wurde von Audi in Ingolstadt für Volkswagen entwickelt. Er sollte dem Polo ähneln, allerdings mit Stufenheck und einem XXL-Kofferraum, wo ,,Platz für bis zu acht Wasserkästen ist", wie HansGünther schwärmt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man wirklich den Polo darin, mit einem angesetzten Kofferraum. Hans-Günther überlegte nicht lange und ergriff direkt die Chance, den voll restaurierten VW Derby zu kaufen. Besonders angetan hat es ihm der Originalfarbton „marsrot" und die Innenausstattung, ebenfalls immer noch im Originalzustand, in der damals hochmodernen Auslieferungsfarbe ,,türkisblau".

Man merkt sehr schnell, wie sehr Hans-Günther seinen Oldtimer liebt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er auf die Frage, wann sein Derby gebaut wurde, nur leicht schmunzelnd antwortet: „Mein Derby feierte im Jahr 1978 in Wolfsburg seine Hochzeit mit seinem 1093 cm3 Motor, der ganze 50 PS auf die Straße bringt." Mit Hochzeit beschreiben Autoliebhaber übrigens den ersten Einbau eines Motors in die Karosserie. Der Derby, in den 70er Jahren frisch auf dem Markt gebracht, hat diese Liebe nicht immer und nicht von allen Seiten erfahren.

Für viele potentielle Käufer war der zu lang geratene Polo einfach nur hässlich. So wurden nur im ersten Jahr gute Verkaufszahlen erreicht. Nicht selten wurde der Derby ganz schnell wieder weiterverkauft und stand dann lange beim Gebrauchtwagenhändler an der Ecke. Umso schwieriger ist es von daher heutzutage, überhaupt noch einen gut erhaltenen Derby zu finden, der die letzten Jahrzehnte schadlos überstanden hat.

Hans-Günther findet seinen Derby auf jeden Fall „fantastisch". Was dem Wagen allerdings noch fehlte, war ein authentisches Autoradio aus dem gleichen Jahrzehnt und Ende der 70er Jahre kam man in Sachen KFZ-Unterhaltungselektronik nicht an der Firma Blaupunkt vorbei. Zum Glück besaß er noch ein altes Blaupunkt aus der Modellreihe Frankfurt, versehen mit einrastbaren Stationsknöpfen, welches er kurzerhand einbaute.

Glücklich über sein Schätzchen, präsentiert Hans-Günther bei unserem Besuch stolz den Volkswagen Derby. Zurzeit steht dieser in der Garage aber man merkt sofort, genauso wie sein Fahrer sehnt sich der Oldtimer schon jetzt die warmen Monate herbei. Denn dann heißt es wieder: „Oldtimerfreude mit Oldtimerfreunden".

 

Dieser Artikel wurde in der Kolumne
"Oldtimerfreunde Schermbeck e.V. und ihre Schätze"
bei meinWesel veröffentlicht

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